Kulturoase Bad Vilbel feiert Ende des Zuckerfests

Der künftige Verein Kulturoase will in der Flüchtlingshilfe und in der interkulturellen Begegnung in der Brunnenstadt ein Forum des Dialogs und der Toleranz schaffen.

Nagihan Akyüz vom künftigen Verein Kulturoase im Gespräch mit Hartmuth Schröder von der Flüchtlingshilfe Bad Vilbel. Foto: Kurt Sänger Nagihan Akyüz vom künftigen Verein Kulturoase im Gespräch mit Hartmuth Schröder von der Flüchtlingshilfe Bad Vilbel.
Zunächst einmal stehen die aktuellen Probleme der Migranten und Flüchtlinge in der Stadt ganz oben auf der Tagesordnung, weiß die Gründerin des künftigen Vereins, Nagihan Akyüz.Eines der Hauptziele des Vereines Kulturoase, der erst im Januar offiziell ins Vereinsregister eingetragen werden soll, ist das „Verhindern von Parallelgesellschaften“, hebt Akyüz hervor.Mit zehn Frauen hat sie zum Ende des Zuckerfestes Montagnachmittag eine Tafel im Kultur- und Sportforum organisiert. „Wir sind auf einhundert Gäste vorbereitet“, sagt Akyüz, und rund 70 Gäste waren der Einladung gefolgt. Ein Salatbuffet, zubereitetes Rindfleisch, Fladenbrote und Süßigkeiten luden zum gemeinsamen Essen und Gesprächen ein.Akyüz wurde in Deutschland geboren, hat hier Mathematik und Physik studiert und bis zur Elternzeit als Lehrerin an der Offenbacher Schillerschule gearbeitet. Ihre Eltern stammen aus der Türkei und sind bereits mit ihr im Alter von drei Jahren nach Deutschland gekommen.

Alle sind eingeladen

Der „interkulturelle Austausch und Dialog“ soll im Verein ganz an vorderster Stelle stehen. Akyüz ist in eine katholische Grundschule gegangen und kennt die religiösen Unterschiede sowie auch die Gemeinsamkeiten. „Es gibt viele Berührungspunkte in den Religionen“, weiß sie.

„Wir wollen kulturell und religiös offen sein, jeder ist eingeladen“, sagt Akyüz, wie die spontane Einladung zur Tafel im Kultur- und Sportforum gezeigt hat. Ebenso spontan kam auch die Mithilfe und Spendenbereitschaft des freigestellten Betriebsratsmitglieds der Fraport, Cicek Hakan. Angesprochen auf die Tafel im Kulturforum, hat er gleich 40 Plüschtiere und 40 Regenschirme beigesteuert. Artikel, die in der Regel Fluggästen überreicht werden.

Auch Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) kam auf eine kurze Stippvisite vorbei. Er lobte die Kontaktaufnahme als eine „gute Angelegenheit, sich auf allen Ebenen einzubringen.“

In den kommenden Wochen und Monaten „wird uns dieses Thema voll beschäftigen.“ Teils in englischer Sprache sucht der Rathauschef das Gespräch mit den Gästen. Für Clemens Breest, in der Flüchtlingshilfe engagierter Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde Bad Vilbel und grüner Bürgermeisterkandidat, war jedoch diese „neue Initiative unbekannt“.

Kochen ist geplant

Unter den Flüchtlingshelfern sei zunächst eine „leichte Irritation“ entstanden, da man nicht gewusst habe, um welche Organisation es sich handele. Breest war es wichtig, auch hier Kontakte aufzubauen.

Die Einladung des evangelischen Pastors an den runden Tisch der Flüchtlingshilfe ist für Akyüz und ihr künftiger Verein Kulturoase, wie sie es formuliert, „eine Selbstverständlichkeit.“ Aber die Flüchtlingshilfe soll nicht das alleinige Engagement des Vereins sein. Akyüz denkt hierbei an internationale Kochkurse, Reisen und Ausflüge sowie an Nachhilfekurse.

Quelle: Frankfurter Neue Presse

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